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Vom 49er FX in die fliegende Windsurfklasse, dem neuen olympischen IQ Foil: Alisa Engelmann

Im Herbst 2020 traf ich die Entscheidung meine aktive Laufbahn im 49er FX zu beenden, da aus meiner Sicht in der damaligen sportlichen Konstellation das Ziel, die olympischen Spiele 2024 in dieser Disziplin zu erreichen, für mich unrealistisch war.

Ich suchte sofort nach neuen Chancen in den verschiedenen olympischen Disziplinen, um weiter voll in dem Sport, den ich so liebe und der mir so viel Spaß macht, durchzustarten und zu trainieren. Mit der für 2024 neu ins Programm der olympischen Spiele aufgenommenen Windsurfklasse, dem iQFoil, bin ich schnell fündig geworden. Zusammen mit meinem Trainer Patrick Böhmer startete ich mein Projekt im iQFoil Mitte Dezember 2020 in Vilamoura, Portugal. Bis März 2021 bin ich dort meine ersten Schritte im Windsurfen gegangen, habe Foilen gelernt, mich mit dem neuen Sport und dem Material vertraut gemacht und mit viel Freude gelernt.

2022 01 31 AlisaE PortraitAufgrund der Coronasituation war es für mich nicht möglich vor August einen Wettkampf zu bestreiten. Ich nutzte die Zeit bis August überwiegend in der Region um Kiel für das Training. Schnell war klar, dass mein erster Wettkampf die Weltmeisterschaft in der Schweiz auf dem Silvaplana See Ende August sein sollte. In der für mich neuen Klasse mit verschiedenen Rennformaten und starker Besetzung eine große Herausforderung. Ich startete in einem Feld von mehr als 70 Teilnehmerinnen, auf einem sehr begrenztem spezifischen Regattagebiet. Wir mussten viele Manöver fahren und enge Situationen mit anderen Gegnerinnen lösen, dabei auch noch schnell fahren und den strategischen Überblick behalten. Alles neue Erfahrungen für mich, die es umzusetzen und für die Zukunft aufzusaugen galt. Mit meiner Performance bei der WM nach so kurzer Zeit in einer olympischen Segeldisziplin bin ich sehr zufrieden. Natürlich musste ich sehr viel Lehrgeld bezahlen, aber es waren auch schon viele Schritte in die richtige Richtung zu sehen. Nach der WM stand mit der Deutschen Meisterschaft im iQFoil in Kiel-Schilksee schon der nächste wichtige Wettkampf auf dem Plan. Geprägt war diese Meisterschaft durch sehr wenig Wind und wenige Wettkampftage auf dem Wasser. Ich konnte den dritten Podestplatz erzielen und mich gegen die nationale Konkurrenz behaupten. Nach weiterer Vorbereitung und Training in der Umgebung von Kiel stand zum Abschluss der Saison noch die Europameisterschaft im Olympiarevier für 2024, Marseille an. Wieder war ein sehr stark besetztes Feld von knapp 70 internationalen Athletinnen am Start. Geplant waren 6 Wettfahrttage mit bis zu 20 Rennen. Leider hatten wir eine sehr unglückliche Wetterlage, sodass wir an drei von den geplanten 6 Tagen keine Wettfahrten auf dem Wasser abschließen konnten. Dafür waren die Rennen nach längeren Wartezeiten an Land umso besser. Wir bestritten bis zu 6 Wettfahrten pro Tag in verschiedensten Bedingungen, mal bei sehr wenig Wind, aber auch mit starkem Wind und Welle. Wieder hieß es für mich viel lernen. Ich konnte aber auch wieder mit einzelnen guten Ergebnissen viel Motivation tanken.

Zur Vorbereitung auf die nächste Saison habe ich gerade einen zweimonatigen Trainingsblock in Südafrika hinter mir. Auf dem Plan stand vor allem Starkwindtraining und Training im Manöverbereich. Mit meinem Trainer geht es jetzt in Spanien weiter mit dem Training. Der Landes-Segler-Verband Baden-Württemberg und der Württembergische Yacht-Club sind starke Partner an meiner Seite und unsere Devise für die nächste Saison lautet: „Anschluss an die Weltspitze“. Bei der diesjährigen Weltmeisterschaft im Oktober in Brest möchte ich zu den besten 25 iQ Foilerinnen der Welt gehören. Mein Ziel ist es mich 2023 bei der WM zu den olympischen Spielen 2024 zu qualifizieren.

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