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Bodensee-Schnellfähre (Katamaran) versenkt schuldhaft Segelboot

Was die Katamaran-Reederei in den Genehmigungsverfahren (und bis in die jüngste Vergangenheit!) für den Betrieb einer Schnellfähre zwischen den Städten Konstanz und Friedrichshafen zu den von den Segelsport-Verbänden dabei geforderten Sicherheitsvorkehrungen (z.B. Doppelbesetzung im Führerstand, Voice-Recorder, doppelter Radar etc.) stetig als überzogen bezeichnet hatte, ist nun wohl endgültig widerlegt. Nämlich durch einen Unfall bzw. eine Kollision mit einer Segelyacht.

 

 

Das ist passiert: Am 12. August, gegen 17.30 Uhr, hat der Katamaran „Constance“ auf seiner Fahrt von Konstanz nach Friedrichshafen auf der freien Seefläche in voller Fahrt (ca. 32 kmh) eine vorfahrtsberechtigte Segelyacht Faurby 330, von achtern aufkommend, voll gerammt und überfahren. Die Degelyacht brach unmittelbar danach auseinander und versank. Nur unglaubliches Glück hat das erfahrene Segler-Ehepaarpaar zu verdanken, dass außer dem wahnsinnigen Schock sie wohl keine weiteren gesundheitlichen Schäden erlitten haben, Der materielle Schaden ist hoch, Schiffstrümmer liegen auf ca. 240 Meter Tiefe, alle persönlichen Dinge weg. Zum fraglichen Zeitpunkt herrschte am Bodensee bestes Sommerwetter, schöne Brise aus Ost, tadellose Sicht, wenig Bootsverkehr usw.

 

 

Damit bei den Lesern, die über die Bestimmungen des Schnellfährverkehrs nicht so vertraut sind, keine Fragen aufkommen: Außer im näheren Umkreis der Häfen Konstanz bzw. Friedrichshafen hat die Schnellfähre (im Gegensatz zu der übrigen Personenschifffahrt auf dem Bodensee!) keine Vorfahrtsberechtigung! Sie ist auf „hoher See“ generell ausweichpflichtig! Darf nicht den sog. Grünen Ball führen! Insoweit kann man sich vielleicht den Schreck des Seglerpaares auf ihrer Yacht an jenem schönen Spätnachmittag vorstellen, als der Katamaran direkt auf sie zubrauste, denn damit konnten sie nicht rechnen. Nun ist die Untersuchung im Gange, wie das passieren konnte.

 

 

Damit beginnt eigentlich der richtige Skandal! Über zwei Wochen nach diesem schrecklichen Ereignis ist die für den Betrieb verantwortliche Reederei nicht bereit, irgendetwas zum Hergang bzw. den Ursachen dieses Unglücks zu sagen……sie versteckt sich hinter den polizeilichen Ermittlungen usw. Wie verlautet, ist der verantwortliche Kapitän der Schnellfähre versetzt, wohin wird nicht genannt. Aus der zuständigen Schifffahrtsbehörde wird berichtet, dass dieser bei der Vernehmung die Aussage verweigert habe. Die Genehmigungsbehörde für den Betrieb der Schnellfähren, das Landratsamt Konstanz, versteckt sich ebenfalls hinter Ausflüchten, dass noch einiges geklärt werden müsse.

 

 

Dabei ist eindeutig:  der Katamaran hat schuldhaft die Kollision verursacht, der Schiffsführer hat grobfahrlässig und sträflich die Vorfahrtsberechtigung der Segelyacht missachtet, selbst ein „Manöver des letzten Augenblicks“ fand offensichtlich nicht statt, die Schnellfähre ist in voller Fahrt von hinten aufkommend in die Yacht gefahren, selbst für die Rettung des Segler-Ehepaars aus dem See fand offensichtlich seitens des Katamarans kein adäquates Manöver statt, sie mussten dem Katamaran hinterher schwimmen. Und nachherig keine angemessene Betreuung auf der Fähre usw. Keine Fürsorge für Ersatzkleidung, kaum eine Betreuung durch die Besatzung usw.   Es ist ein Skandal!

 

 

Dagegen war es dem Sprecher der Reederei zwei Tage nach dem Unglück ungeheuer wichtig, gegenüber den Medien ausführlich zu berichten, wie der Katamaran beschädigt sei, man nun in der Hochsaison Einschränkungen habe usw. Kein Wort des Bedauerns, keine Entschuldigung, keine erkennbare menschliche Reaktion. Nicht mal eine Beteuerung, dass man alles tun werde um dieses Unglück lückenlos aufzuklären! Im Gegenteil! Als Reaktion auf die unverzügliche Intervention des Bodensee-Segler-Verbandes, nämlich die 2012 auf Antrag der Reederei von der Genehmigungsbehörde teilweise reduzierten Sicherheitsvorkehrungen sofort zurückzunehmen, protestierte die Reederei: „Wir sind das bestkontrollierte Verkehrsmittel auf dem See“. Wir dürfen gespannt sein, was die Untersuchungen durch WaPo und Schifffahrtsbehörde Konstanz erbringen, die Staatsanwaltschaft beschäftigt sich nach Berichten jetzt damit. Bislang hört man leider nur hinhaltende Aussagen.

 

 

(RH)

 

Bodensee-Schnellfähre (Katamaran) versenkt schuldhaft Segelboot

Was die Katamaran-Reederei in den Genehmigungsverfahren (und bis in die jüngste Vergangenheit!) für den Betrieb einer Schnellfähre zwischen den Städten Konstanz und Friedrichshafen zu den von den Segelsport-Verbänden dabei geforderten Sicherheitsvorkehrungen (z.B. Doppelbesetzung im Führerstand, Voice-Recorder, doppelter Radar etc.) stetig als überzogen bezeichnet hatte, ist nun wohl endgültig widerlegt. Nämlich durch einen Unfall bzw. eine Kollision mit einer Segelyacht.

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