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Lernen von der DLRG beim Trainerlehrgang

Zum ersten Mal integrierte der Segelverband Baden-Württemberg die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in den Aufbau- und Prüfungslehrgang am Leistungsstützpunkt in Überlingen. Einblicke in die Arbeit der ehrenamtlichen Wasserretter und praktische Übungen zum Retten einer im Wasser schwimmende Person kamen gut bei den Teilnehmern an.

Trainer sein hieße nicht nur super segeln zu können, sagte Uwe Manz am Samstagvormittag zu den 15 Lehrgangsteilnehmern, es bedeute auch, eine Menge Verantwortung zu übernehmen. Und das setze unter anderem eine gute Planung voraus.
Manz, Ausbilder der Rettungsschwimmer mit Trainerlizenz im Segelsport versteht sich als Bindeglied zwischen der DLRG und den Trainern und möchte diese für die Arbeitsweise der ehrenamtlichen Lebensretter sensibilisieren.
Nur wenn eine Veranstaltung acht Wochen zuvor angemeldet wird, kann die DLRG auch für die Sicherung auf dem Wasser sorgen, machte er klar. Dabei brauche es nicht nur genaue Informationen über den Ort, die Länge des Kurses, den Zeitpunkt und die Dauer der Regatta, sondern auch über die Anzahl der Teilnehmer, erklärte Florian Daniels, Vorsitzender des Bezirks Bodenseekreis. Wichtig sei dabei auch eine klare Absprache, wann ein Teilnehmer von der DLRG aus dem Wasser geholt werden soll, um Missverständnissen vorzubeugen.
„Übt mit der DLRG zusammen“, regte Uwe Manz an. Denn auch deren Mitglieder könnten eine Menge dazulernen. Das Abbergen von Segelbooten, unter Wasser Schoten lösen oder eine durchgekenterte Jolle aufzurichten seien nicht Gegenstand ihrer Ausbildung. Anstatt etwas als selbstverständlich vorauszusetzen könne so gegenseitiges Verständnis geschaffen werden.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen stand dann das Wichtigste, die Praxis auf dem Wasser an. Mit welcher Technik hole ich eine im Wasser schwimmende Person ins Boot, wenn ich alleine bin? Wo hole ich die Person an Bord, und was mache ich, wenn ich dazu nicht in der Lage bin? Nach einer kurzen Einweisung an Land ging es zum Üben mit zwei Schlauchbooten und den Jollen der Lehrgangsteilnehmer aufs Wasser. Dabei durfte jeder einmal die Person über Bord und einmal Retter sein. Schnell war klar, mit welcher Technik die Erfolgsquote am höchsten war. Einen Schwimmer an der Schwimmweste packen und aus dem Wasser ziehen, funktionierte nur in den seltensten Fällen und auch nur da, wo der Schwimmer kleiner und leichter war als der Retter.
2022 08 30 DLRG TCB DSC5041Die Technik, bei der man den Schwimmenden an der Weste packt und sich mit ihm nach hinten fallen lässt, kam auf dem eingesetzten Schlauchboot nicht in Frage. Steuerstand, Sitzbänke und eine Kiste in der Mitte platziert, boten nicht den nötigen Raum und die Verletzungsgefahr für den Retter wäre zu groß gewesen. Bergen über Bug oder Heck war ebenfalls nicht möglich. Blieb der Kreuzhebegriff und das dreimalige Eintauchen ins Wasser.
Uwe Manz griff dafür mit überkreuzten Armen die Person im Wasser an den Händen und drückte sie – selbstverständlich nach Rücksprache - einmal, zweimal unter Wasser, um sie nach dem dritten Mal mit Hilfe des Auftriebs und mit Schwung auf den Rücken zu drehen und an Bord zu ziehen. Nach ein paar Versuchen gelang es beinahe allen Teilnehmern, ihren Trainingspartner aus dem Wasser zu holen. Nur wenn das Gewicht der beiden Personen in einem krassen Missverhältnis stand, konnte auch diese Technik nicht mehr funktionieren. In diesem Fall, das zeigte Manz den Teilnehmern, müsste man die im Wasser treibende Person mit der Rettungsweste ans Boot binden, so, dass der Kopf sicher über Wasser bleibt, um sie langsam ans Land zu fahren oder gleich die DLRG zu rufen.
Mit derselben Technik wurden anschließend auch über Bord gegangene Vorschoter zurück an ihren Arbeitsplatz geholt. Mit abmontiertem Ruder versuchten die Segler die Unglücklichen übers Heck zurück in die Jolle zu ziehen.
„Es ist schwieriger als man denkt“, musste Jessie Eberlein vom YC Fließhorn zugeben. Vor allem in einer realen Situation, konnte sie sich vorstellen, sei es wichtig ruhig zu bleiben und zu überlegen. Und aus ihrer eigenen Erfahrung mit einem deutlich schwereren Trainingspartner kam sie zu der Erkenntnis: Besser man sichert die Person rechtzeitig am Boot, bevor man sich nach erfolglosen Versuchen völlig verausgabt hat.

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