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Verbandsnachrichten

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Der Obersee - Segeln auf internationalem Gewässer

Der Obersee fasziniert mit schneebedeckten Bergen und sanftem Hügelland. Foto: Anette Bengelsdorf

Wer hier nicht auf seine Kosten kommt, dem ist nicht zu helfen. Schneebedeckte Berge, sanfte Hügel, jede Menge Häfen und ein riesiges Kulturangebot machen jeden Segeltag zu einem Erlebnis.

Der Obersee, der sich im Westen von  der gedachten Linie zwischen der Südostspitze des Bodanrücks und Meersburg bis nach Bregenz im Osten erstreckt, ist der flächenmäßig größte, breiteste und tiefste Teil des Bodensees.

Juristisch betrachtet ist er kurios. Zwischen den Anrainerstaaten Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden keine Grenzen gezogen. Länder und Kantone arbeiten aber in der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee eng zusammen.

Mit seinem sanften Hügelland auf der nördlichen, deutschen Seite und dem Alpenpanorama Österreichs und der Schweiz im Süden bietet der Obersee jede Menge Segelfreude. Gesegelt wird zwischen Mai und Oktober mit regional unterschiedlichen Windbedingungen. Vor allem bei Hochdruckwetterlagen bilden sich je nach Tageszeit typische Land- und Seewinde aus. Und wenn mal Flaute herrscht kann man in den Sommermonaten bei Wassertemperaturen von rund 25 Grad Celsius baden wie im Mittelmeer.

Trotzdem ist der Bodensee kein ungefährliches Revier. Als Alpensee wartet er gelegentlich mit plötzlichen Wetterumschwüngen auf. Besonders im Sommer werden vor allem Revierunkundige aus scheinbar heiterem Himmel von heftigen Gewittern überrascht, die mit Sturmböen nicht selten für Opfer unter den Wassersportlern sorgen.

Besonders tückisch ist der Föhn, ein warmer Fallwind, der sich aus den Alpen über das Rheintal auf dem Obersee ausbreitet und mit Böen in Orkanstärke riesige Wellenberge vor sich herschieben kann. Spätestens wenn die zahlreichen Sturmwarnfeuer orangegelb blitzen sollte man sich auf stürmische Bedingungen vorbereiten oder den nächstgelegenen Hafen anlaufen.

Für Wassersportler ein Paradies hält das Schwäbische Meer etwa 60 Häfen und Marinas zum Anlegen bereit. Alleine in Baden-Württemberg dürften es etwa 20 sein, die zahlreichen Vereinen eine Basis bieten. Stellvertretend für alle können hier nur drei vorgestellt werden. Der Württembergische Yacht-Club (WYC), als Verein mit den meisten Mitgliedern in Baden-Württemberg, zehn Kilometer östlich davon der Yacht Club Langenargen (YCL) und zehn Kilometer westlich des WYC der Yachtclub Immenstaad (YCI).

An den Stegen des YCL, im Hafen der Bodensee Moränenkies, der durch Kiesförderung entstanden ist, finden 200 Mitgliederboote - von der klassischen Holzyacht bis zum modernen Racer - Platz, dazu kommen 30 Gastliegeplätze.Yachtclub Langenargen

Die Stege des Yacht Clubs Langenargen liegen idyllisch im Hafen der Bodensee Moränenkies. Sie sind recht unten im Bild zu sehen. Foto: Anette Bengelsdorf

Die idyllische Natur an der Mündung der Argen, beste Infrastruktur und zwei Restaurants sorgen für Wohlfühlatmosphäre. „Bei diesen optimalen Bedingungen liegen uns die jungen Segler und deren frühe Ausbildung besonders am Herzen“, sagt Peik v. Bestenbostel, Pressewart des Clubs. Das mache den YCL besonders für Kinder und Jugendliche attraktiv. Kinder beginnen im Optimisten und werden nach dem Jugendsegelschein in Jugendbootklassen gefördert. Theoriekurse rund ums Segeln in den Wintermonaten ergänzen das Angebot.

Die vom Club angebotenen Regatten sind für alle da. Vor allem die Langstrecken-Regatten eignen sich auch für Familien oder noch nicht so erfahrene Segler. Yachten fast aller Klassen können unter anderem an Mittwochs- oder Freitagsregatten teilnehmen. Und wer mitsegeln möchte, braucht nicht unbedingt ein besonders sportliches Boot. Die Jüngsten starten im YCL mit ihren ersten Wettbewerben im Opti. Zu den sportlich besonders anspruchsvollen Regatten zählen der „Montfort Cup“ oder das „Match Race Germany“. Und mit „The Race“ richtet der YCL die mit 70 Seemeilen längste Bodensee Regatta aus.  Wrttembergischen Yacht Club

Ganz zentral, mitten in der Zeppelinstadt, liegt der Hafen des Württembergischen Yacht-Clubs. Foto: Anette Bengelsdorf

In Friedrichshafen, an der breitesten Stelle des Bodensees, ist der Württembergische Yacht-Club zuhause. Sein Yachthafen mitten in der Zeppelinstadt bietet 270 Liegeplätze, ein gemütliches Clubhaus mit Terrasse direkt am See. Auf dem Jollengelände in Seemoos mit Clubhaus, Gastronomie und riesiger Sonnenterrasse finden bis zu 180 Jollen auf der Wiese ihren Platz. Beste Voraussetzungen für Regatten aller Art. Von der Claude-Dornier-Regatta für Jollen, über die Pokalregatta für verschiedene Bootsklassen, Mittwochsregatta für jeden, der Spaß daran hat, bis hin zu Begegnungen der Segelbundesliga – der WYC hat selbst ein sehr erfolgreiches Team in der ersten Liga zu bieten - kann alles ausgerichtet werden. Selbstverständlich wird auch im WYC Jugendarbeit und Ausbildung großgeschrieben.Yachtclub Immenstaad

Der kleine Hafen des Yachtclubs Immenstaad grenzt direkt an die Schiffsanlegestelle an. Foto: Yachtclub Immenstaad

Umgeben von Weinbergen und Obstplantagen, zwischen Friedrichshafen und Meersburg liegt Immenstaad. Der kleine Hafen des YCI liegt direkt an der Schiffsanlegestelle und mitten im Ort. Bäcker, Metzger, Supermarkt und Restaurants sind nur ein Steinwurf entfernt und machen das „Häfele“ zu einem Magneten für Übernachtungsgäste.“ Segelboote mit großem Tiefgang sollten allerdings den Pegel in Konstanz im Auge behalten“, rät Wolfgang Kruppa. Da der Wasserstand des Bodensees jahreszeitlichen und witterungsbedingten Schwankungen unterworfen ist, kann es im Spätsommer und nach langen Trockenperioden besonders in den Einfahrten zu geringer Tiefe kommen. „2022 betrug die Hafeneinfahrtstiefe Pegel Konstanz minus 140 Zentimeter“, sagt der Schriftführer. Und das kann von Jahr zu Jahr schwanken, da die Fahrrinne alle vier bis fünf Jahre ausgebaggert werden muss.

Auch Der YCI bildet aus. Für die Jüngsten bis zu den fortgeschritten Jugendseglern gibt es Trainingsangebote in den Bootsklassen Opti, Europe und Laser. Zudem stehen den Jugendlichen ein Jugend-Lacustre und eine Internationale 806 zur Verfügung. Dazu kommt eine starke Finn-Dinghy-Gruppe, die aktiv Regatten bestreiten.

Mit dem Allianz-Cup für Europe und Finn und der Meckatzer One-Design Regatta für X-99, Dynamic 35 und Aphrodite 101, richtet Immenstaad alljährlich zwei Regatten aus.

Und warum sollte man seinen Segelurlaub ausgerechnet am Obersee verbringen? Die Menge der Ausflugsziele am deutschen, österreichischen und schweizerischen Ufer aufzuzählen würde jeden Rahmen sprengen. Museen, Schlösser, Burgen und eine umwerfende Natur und Kulturlandschaft suchen ihresgleichen und können aus jeder Perspektive dem Betrachter den Atem rauben. Von den guten Weinen soll hier gar nicht erst die Rede sein.

Der Bodensee - ein See der Superlative

Der Bodensee macht seinem Spitznamen „Schwäbisches Meer“ alle Ehre. Foto: Anette Bengelsdorf

Trinkwasserspeicher, Knotenpunkt des internationalen Vogelflugverkehrs und Touristenhochburg: Der Bodensee gleicht einem Gesamtkunstwerk, das es mit allen Mitteln zu erhalten gilt.

Seine Grundform wurde nicht erst durch die Eiszeiten festgelegt. Bereits die Auffaltung der Alpen bereitete sein Becken vor. Riesig war er nach dem Abschmelzen der letzten Eiszeitgletscher vor 14 000 Jahren, dehnte sich weit in das Alpenrheintal nach Süden aus, bis in die Nähe des schweizerischen Chur und bedeckte so eine Fläche, die doppelt so groß war wie die des heutigen Bodensees. Doch dieser „Rheintalsee“ war nur von kurzer Dauer. Nach 4000 Jahren war er aufgrund der hohen Schuttmenge, die der Rhein aus den Alpen transportierte, schon wieder verlandet. Diese Verlandung hält bis heute an und soll durch die Verbauung des Alpenrheins verhindert werden.

Der Bodensee ist, nach dem Genfer See und dem Plattensee, der drittgrößte Binnensee Mitteleuropas. 63 Kilometer lang, 14 Kilometer breit und 251 Meter tief, hat er mit einer Fläche von 540 Quadratkilometern ein Volumen von 48 Milliarden Kubikmetern Wasser.

Mit seiner hohen Wasserqualität versorgt er fünf Millionen Menschen wofür täglich bis zu 530 000 Kubikmeter aus 50 bis 60 Metern Tiefe entnommen werden.

Nur wenige Seen in Europa bieten Wasservögeln vergleichbare Bedingungen wie der Bodensee. Ohne mühsame Alpenüberquerung finden Wintergäste aus Skandinavien und Russland in maximal 3000 Kilometern Entfernung den ganzen Winter über einen reich gedeckten Tisch.  Jahre mit niedrigem Wasserstand ziehen besonders viele Vögel an. So rasteten im Spätherbst 2018 alleine im Eriskircher Ried wochenlang etwa 30 000 Tauchenten. Am gesamten Bodensee werden im Winter bis zu 250 000 Wasservögel gezählt. Das entspricht etwa der Hälfte aller am Alpennordrands überwinternden Exemplare.

Und gleichzeitig ist die Region ein Touristenmagnet mit sechs Millionen Übernachtungen und mehr als 14 Millionen Tagesgästen, denen der See zahlreiche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bietet. Diese Rollenvielfalt des Sees und seiner Umgebung ist nicht nur ein Geschenk, sie stellt auch eine enorme Verpflichtung dar. Eine Herausforderung, die nur mithilfe des Engagements aller Anrainerstaaten gestemmt werden kann. Dies ist auch mit einer der Gründe, warum für das Befahren des Bodensees ein eigenes Bodenseeschifferpatent vorgeschrieben ist.

In unserer neuesten Folge der Reviervorstellungen geht es um den größten See Baden-Württembergs, den Bodensee.
Zur Reviervorstellung...

Böblingen und am Fuße der Schwäbischen Alb

Wo gibt es denn hier einen See?

Mitten in Böblingen und am Fuße der Schwäbischen Alb gibt es alles nur kein Wassersport. Falsch! Selbst hier wird leidenschaftlich gesegelt.

Der Bucher Stausee
Dort wo ein Damm aus Lehm und Erde seit 1982 die Jagst, ein Nebenfluss des Neckars, reguliert, ist das Hochwasserrückhaltebecken Buch entstanden. Der Südosten wurde 1990 zum Naturschutzgebiet erklärt und dient zahlreichen Vögeln als Brut- und Überwinterungsrevier. Von diesem 26 Hektar großen Stausee aus, bietet sich ein schöner Blick auf den Albtrauf und das Schloss Kapfenburg. Bis zu 1000 Meter hoch erhebt sich diese 200 Kilometer lange Felskante, die das raue Hochplateau der Schwäbischen Alb von ihrem sanften Vorland trennt.
Der Ostalbkreis, zwischen Aalen und Ellwangen gelegen, wartet darüber hinaus mit zahlreichen Ausgrabungen auf. Ein römisches Bad und ein Gutshof direkt am See, darüber die Grundmauern eines Römerkastells und in der Nachbarschaft ein Limestor. Dieses einzigartige Kulturdenkmal am Obergermanisch-Rätischen Limes gehört seit 2005 zusammen mit der gesamten römischen Grenzbefestigung zum UNESCO-Weltkulturerbe und bietet sich als Kontrastprogramm zum Segeln auf dem Stausee an.
„Der hohe Wald im Nordosten des Sees sorgt für schwierige Windverhältnisse beim Schönwetterwind aus Ost. Außerdem führen hohe Busch- und Baumgruppen entlang des Westufers für stark wechselnde Winde“, beschreibt Wolfgang Schlipf von der Segelvereinigung Ostwürttemberg die Tücken seines Reviers. Nicht nur Jollen, auch Kajütboote bis zu einer Länge von 7,5 Metern sind auf dem kleinen See erlaubt, dürfen aber offiziell noch nicht einmal mit Elektromotoren zum An- und Ablegen betrieben werden. Die rund 200 Mitglieder der SVO segeln Dehlya, Neptun 20 und 22, XP19, Warship 570 sowie schnelle offene Kielboote vom Typ Aquila. Daneben werden Jollen wie Opti, Laser, Korsar, Conger, 420er und 470er bewegt.
Von Mai bis September organisiert die SVO Vereinsregatten, muss aber im Juli und August darauf verzichten. Zu sehr behindern dann die Badegäste mit ihren zahlreichen Spaßfahrzeugen vom SUP bis zur Luftmatratze den Segelbetrieb.
Zum Entspannen bietet sich den Mitgliedern, die aus dem Ostalbkreis und Heidenheim, dem Landkreis Schwäbisch Hall und selbst aus dem Remstal kommen, das gemütliche Clubhaus an, das sich mit weiteren Vereinsheimen einen blickgeschützten Innenhof teilt. Für das leibliche Wohl sorgt ein Restaurant, direkt neben dem Steg der SVO.

Der Obere See in Böblingen
Mitten in Böblingen gelegen, von der Kongresshalle und dem Stadtgarten umgeben, dürfte der Obere See das wohl kleinste Segelrevier Deutschlands sein.
Der Obere See wurde bereits bei der Stadtgründung im Jahr 1272 urkundlich erwähnt, der danebengelegene Untere See später, vermutlich im 13. Jahrhundert angelegt. Er reichte bis zur Stadtmauer und sollte der Stadt feindliche Eindringlinge vom Leibe halten. Wo einst Karpfen und Hechte gefangen wurden, entstand im Jahr 1904 eine Badeanstalt, die in den 50er-Jahren aber wieder geschlossen wurde. Als die Ufer für die Landesgartenschau im Jahr 1996 neugestaltet und ein gepflegter Park mit Wandelhalle angelegt wurde, war es mit der ehemaligen Idylle allerdings vorbei.boeblingen alb stadtsee
Dennoch finden Jollensegler in ihren Optis, Lasern, 420ern und 470ern das ideale Einsteigerrevier für den Start in ihre Segelkarriere. „Unser Revier kann als gefahrlos betrachtet werden“, sagt Uwe Löffler, Pressesprecher des Segel- und Motor-Yachtvereins Böblingen. Besondere Anforderungen würden sich nur durch wechselnde Winde, bedingt durch die Bebauung ergeben.
Das angrenzende, ehemalige Gartenschaugelände, Museen und Einkaufsmöglichkeiten, sowie riesige Waldflächen in der nächsten Umgebung machen das Revier zusätzlich attraktiv.
Die Mitglieder des Vereins die zum größten Teil aus Böblingen stammen, aber auch aus Stuttgart und Göppingen, treffen sich hier zum An- und Absegeln und für die Jüngsten im Optimisten findet an Christi Himmelfahrt die traditionelle Zinnteller-Regatta statt. Dabei sind auch Gäste herzlich willkommen.

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